Bayern München gegen Bayer 04 Leverkusen hat sich ab der Jahrtausendwende immer mehr zu einem echten Bundesligaklassiker entwickelt. Im Laufe dieser Jahre gab es einige spektakuläre Transfers zwischen den beiden Vereinen. Wir blicken mit euch auf die besten Wechsel zwischen Bayern und Bayer.
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Michael Ballack:
Einen Tag vor Heiligabend 2001 machte Uli Hoeneß dem damaligen Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk. Nachdem schon monatelang darüber spekuliert wurde, dass Michael Ballack ab der Saison 2002/03 für den FC Bayern auflaufen wird, wurde dies am 23.12.2001 offiziell.
Für den damaligen Nationalspieler überwies der Rekordmeister die festgeschriebene Ablösesumme von 6 Millionen Euro an die Werkself – ein echtes Schnäppchen für einen der talentiertesten Mittelfeldspieler seiner Zeit.
Es war allerdings nicht nur der FC Bayern an Ballack interessiert. Für Ballack selbst kamen aber nur zwei Optionen in Frage: Entweder Real Madrid oder der FC Bayern.
Am Ende entschied sich der Vizeweltmeister von 2002 für den deutschen Rekordmeister. Und das lag vor allem an einem Mann: Uli Hoeneß. „Real war natürlich sehr verlockend, dann rief Uli Hoeneß an. Seine Aura, seine Art, mir zu erklären, wie er mich sieht und warum er mich haben will, waren unglaublich überzeugend“, schwärmte Ballack in einem Interview.
Der vorzeitig bekannt gegebene Wechsel wirkte sich nicht auf seine Leistung mit Leverkusen aus. Er spielte eine überragende Saison und wurde zu einem der besten Mittelfeldspieler der Welt. Am Ende wurde er mit Bayer in Meisterschaft, Pokal und Champions League jeweils Zweiter.
Vom sportlichen Erfolg wird der ehemalige Kapitän der deutschen Nationalmannschaft seinen Wechsel nicht bereut haben. In seiner Zeit in München wurde er zweimal Fußballer des Jahres (2003 & 2005), viermal Deutscher Meister und dreimal Pokalsieger.
Zé Roberto:
Wie auch Ballack schien der brasilianische Mittelfeldspieler nach den drei zweiten Plätzen im Sommer 2002 genug von der Werkself zu haben. Bereits zwei Tage vor dem Champions League-Finale gegen Real Madrid unterschrieb er einen Vertrag mit dem FC Bayern.
Ganze 9,5 Millionen Euro überwiesen die Bayern für Zé Roberto an Leverkusen – zum damaligen Zeitpunkt der Rekordtransfer der Münchner.
Für Ottmar Hitzfeld war die Verpflichtung des Brasilianers die lang ersehnte Verstärkung für die rechte Außenbahn. Und nach Sebastian Deisler und Michael Ballack der dritte hochkarätige Neuzugang für die Offensive in diesem Jahr.
Zé Roberto erfüllte die Erwartung an ihn. Für den deutschen Rekordmeister absolvierte er 248 Partien und erzielte dabei 20 Tore und 62 Vorlagen. Außerdem wurde er viermal Meister, viermal Pokalsieger und viermal Ligapokalsieger. 2009 zog es ihn zum Hamburger Sportverein.
Lúcio:
Der dritte aus dem legendären Bayer-Kader von 2001/02. Im Gegensatz zu Ballack und Zé Roberto hält es den brasilianischen Innenverteidiger aber noch zwei Jahre länger bei der Werkself. Im Sommer 2004 schließt er sich dann den Bayern an.
Die Ablösesumme für den Weltmeister von 2002: Stolze 12 Millionen Euro. Rainer Calmund, damals Manager von Bayer, war von dem Wechsel an die Isar wenig begeistert: „Ich hätte es lieber, wenn er nicht nach München, sondern ins Ausland geht, damit ich mich nicht jedes Wochenende schwarz ärgern muss.“
Nach Robert Kovac (2001), Ballack und Zé Roberto ( beide 2002) war Lúcio tatsächlich der vierte Spieler in vier Jahren, der sich für einen Wechsel vom Bayer-Kreuz in die bayrische Landeshauptstadt entschied.
Für den deutschen Rekordmeister machte er 144 Pflichtspiele und wurde dreimal Meister, dreimal Pokalsieger und zweimal Ligapokalsieger. Bei den Zuschauern wurde er zum Liebling.
Im Sommer 2009 dann der Wechsel zu Inter Mailand. Direkt in seinem ersten Jahr in Italien gewann er das Triple – und bezwang dabei im Champions League-Finale ausgerechnet die Bayern. Und trotzdem bekam er Applaus der Bayern-Fans. „Das war bewegend. Ich hatte eine tolle Zeit bei Bayern. In meinem Herzen ist immer noch der FC Bayern. Bayern wird immer einen Platz dort haben“, sagte er nach dem Spiel.
Toni Kroos:
Der spektakulärste Wechsel von Bayern nach Leverkusen – auch wenn das zur damaligen Zeit noch niemand ahnen konnte. Für Kroos war die Leihe zu Bayer der Startschuss für eine Weltkarriere.
Als Toni Kroos aus der Jugend des FC Bayern kam, war er noch nicht stark genug, um sich im Starensemble des Rekordmeisters durchzusetzen. Die verantwortlichen entschieden sich für eine Leihe – ähnlich wie es Anfang des Jahrtausends bei Philipp Lahm der Fall war.
Und das Ergebnis sollte ein Ähnliches werden. Mit 19 Jahren verleiht Bayern Toni Kroos an Bayer Leverkusen. Dort reift er zum Bundesligaprofi und Stammspieler. Für die Werkself erzielte er in 48 Spielen zehn Tore und 13 Vorlagen.
Im Sommer 2010 dann nach eineinhalb Jahren Leverkusen die Rückkehr nach München. Dort sicherte er sich direkt einen Stammplatz im zentralen Mittelfeld und brachte mit seiner Ballsicherheit und seinen punktgenauen Pässen einen ganz neuen Aspekt in das Offensivspiel der Bayern.
Nachdem er 2012 noch das Champions League-Finale verlor, setzte er sich nur ein Jahr später im Finale gegen Dortmund die Krone auf. Dieses Endspiel verpasste er allerdings verletzungsbedingt. 2014 folgt dann der Wechsel zu Real Madrid.
*Die Rechte an dem Bild liegen bei Thomas Kienzle / AP Photo*